Fallot-Kardiopathien


Fallot-Kardiopathien
Fallot-Kardiopathien
 
[fa'lo-; nach dem französischen Arzt Étienne Louis Arthur Fallot, * 1850, ✝ 1911], zusammenfassende Bezeichnung für eine Reihe von angeborenen Herzfehlern, die nach der Zahl ihrer Leitsymptome gegliedert werden. Die Fallot-Trilogie (Fallot III) besteht in einer Verengung der Lungenarterie (Pulmonalstenose), einem Defekt (Lückenbildung) der Scheidewand zwischen den Herzvorhöfen und einer durch Überlastung hervorgerufenen Wandverdickung (Hypertrophie) der rechten Herzkammer. Die Fallot-Tetralogie (Fallot IV), zu der etwa 25 % aller angeborenen Herzfehler gehören, ist durch eine zusätzliche Rechtsverlagerung der Aortenursprungsstelle gekennzeichnet, aufgrund deren die Aorta mit beiden Herzkammern in Verbindung steht (»reitende Aorta«). Anstelle der Lücke in der Vorhofscheidewand besteht ein Defekt im oberen Teil der Kammerscheidewand; bei der Fallot-Pentalogie (Fallot V) treten diese beiden Defekte zusammen auf, die Fallot-Hexalogie (Fallot VI) ist zusätzlich mit einem offen gebliebenen Botalli-Gang verbunden.
 
Symptome der Fallot-Kardiopathien sind v. a. eine Sauerstoffminderversorgung des Organismus (Zyanose) durch Übertritt von venösem Blut aus dem rechten in das linke Herz, Trommelschlägelfinger, allgemeine Leistungsminderung und eine Verzögerung der körperlichen und geistigen Entwicklung. Die operative Behandlung, ohne die die Lebenserwartung stark eingeschränkt ist, weist bei der Trilogie die geringsten Risiken auf.

Universal-Lexikon. 2012.

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